Kapitel 1
Marys Sternennacht
Hoch über dem kleinen Dorf Greenvale lag ein Hügel. Und auf diesem Hügel saß jeden Abend ein Mädchen mit großen, staunenden Augen. Sie hieß Mary.
Über ihr spannte sich der Luminous Veil – ein leuchtender Schleier aus tausend Lichtern, der den ganzen Himmel überzog. Mary liebte ihn mehr als alles. Jeden Abend zählte sie die Sterne, einen nach dem anderen, bis ihr die Augen zufielen.
„Da ist sie ja, mein kleines Licht“, sagte Papa dann und hob sie hoch. So nannte er Mary: sein kleines Licht. Und Mary fand, es gab keinen schöneren Namen auf der ganzen Welt.
Doch heute Abend war etwas anders. Mamas Bauch war ganz rund geworden, rund wie der Mond. „Bald“, flüsterte Mama und legte Marys Hand darauf, „bald ist das Baby da.“
Mary lächelte. Aber tief in ihrem Bauch saß eine ganz kleine, leise Frage, die sie niemandem sagte: Wenn das Baby kommt – bin ich dann noch ein kleines Licht?