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Mythologie & Religion

Die Religion der Nereids ist untrennbar von ihrem Verständnis von Ökologie, Geschichte und Regierung. Die Celestials, die die Nereids schufen, werden nicht als ferne, unnahbare Gottheiten verehrt, sondern als die ersten und größten aller Komponisten – Wesen, die die physische Welt als einen Akt künstlerischer Schöpfung formten und die den Nereids die Verantwortung anvertrauten, dieses schöpferische Werk zu erhalten und fortzuführen. Die religiöse Praxis dreht sich daher vornehmlich darum, diesem schöpferischen Auftrag gerecht zu werden: den Ozean zu pflegen, Schönheit zu schaffen, die Vergangenheit zu erinnern und all dies an die nächste Generation weiterzugeben.

Der vornehmliche mythologische Zyklus ist die Songs of the First Tide – eine uralte Sammlung von Schöpfungserzählungen, bewahrt in den ältesten Schichten des Liederzyklus-Archivs der Tide-Readers. Diese Lieder beschreiben das Hervortreten der ersten Nereids aus dem urzeitlichen Ozean, ihren anfänglichen Auftrag durch die Celestials, die Errichtung der ersten Gezeitenzyklen und die großen Konflikte der frühen Welt, in denen die Nereids den Ozean gegen Kräfte der Verderbnis und des Chaos beschützten. Die Waveprophet Urania Waveprophet ist die gegenwärtige Hüterin der ältesten und heiligsten Teile der Songs of the First Tide.

Der Ozean wird als eine lebendige göttliche Wesenheit verstanden – keine Gottheit mit Persönlichkeit oder Willen im Sinne der Oberflächenwelt, sondern eine heilige Gegenwart, deren Stimmungen und Bewegungen Bedeutung tragen, die zu deuten die Tide-Readers geschult sind. Große Strömungen werden in der Mythologie benannt und personifiziert; der Abyssal Trench gilt als ein Ort, an dem die Grenze zwischen dem lebendigen Ozean und der tieferen geistlichen Wirklichkeit unter dem Dasein dünn wird, weshalb er als die Stätte des Rite of the Current dient.

Bestattungsglaube: Die Nereids glauben, dass die Energie des Selbst beim Tod zum Ozean zurückkehrt und sich der großen Strömung des Daseins anschließt, die schließlich in die Bildung neuen Lebens hineingezogen wird. Dies ist keine Lehre persönlicher Unsterblichkeit, sondern unpersönlicher Kontinuität – ein Glaube, der die Aussicht auf den Tod weniger bedrohlich und die Verantwortungen des gegenwärtigen Lebens dringlicher macht.