Rituale & tägliche Praktiken
Das rituelle Leben der Eldorianer ist tief mit der natürlichen Welt wie auch mit dem Gildensystem verwoben. Große Lebensübergänge werden durch Zeremonien markiert, an denen die Gemeinschaft als Zeugen und Mitwirkende teilnimmt, nicht bloß als Zuschauer, was die eldorianische Überzeugung widerspiegelt, dass individuelle Entwicklung stets in gemeinschaftliche Verpflichtung eingebettet ist.
Die Geburt wird mit der Covenant-Naming-Zeremonie gefeiert, bei der die Eltern und ein vorstehender Druid Warden das Neugeborene zum nächstgelegenen Hain aus Urwaldbäumen bringen. Das Kind wird in das durch das Kronendach fallende Licht emporgehalten, während der Druid Warden im Namen der Familie das Covenant Pledge spricht — die uralte Verpflichtung gegenüber dem lebendigen Land bekräftigend — und ein Schössling gepflanzt wird, der mit dem Kind heranwächst und ihm bei Erreichen des Erwachsenenalters vermacht wird.
Die Adulthood Trial, um das vierzigste Lebensjahr unternommen, ist eine einsame Reise in den tiefen Wald, die einen vollen Mondumlauf dauert. Der junge Eldorianer trägt keine Nahrung, keine magische Hilfe und keine Waffen außer einem Handwerksmesser und verlässt sich auf das in seiner langen Kindheit angesammelte Waldwissen und die allgegenwärtige magische Nahrung des Waldes, um sich zu erhalten. Wer zurückkehrt, gilt als bewährt für die Gildenmitgliedschaft und die bürgerliche Verantwortung. Wer zu früh zurückkehrt oder geborgen werden muss — selten, aber nicht unerhört —, durchläuft eine Zeit angeleiteter Mentorschaft, bevor er die Prüfung erneut versucht.
Die Totenriten haben ihren Mittelpunkt in der Rückkehr zum Wald. Eldorianische Körper werden an den Wurzeln lebender Bäume beigesetzt, wobei die Wahl des Baumes von der Familie in Beratung mit einem Druid Warden anhand des Lebens und Wesens des Verstorbenen getroffen wird. Eine kleine Kristallaufzeichnung aus dem Archiv des Office of the Chronicler wird in der Höhlung eines nahen Stammes versiegelt und stellt so sicher, dass etwas von der Stimme und dem Bild des Verstorbenen über Generationen fortbesteht. Die Gemeinschaft hält drei Tage der förmlichen Trauer, woraufhin die Werkzeuge des Verstorbenen in einer Zeremonie an Lehrlinge weitergegeben werden, die die Kontinuität des Handwerks über die Generationen hinweg betont.