Alltagsleben
Das tägliche Leben eines Nomaden von Aurora ist untrennbar von der Karawane, jener rollenden, knarrenden, windbeglockten Prozession, die zugleich Heimat, Gemeinschaft und Erklärung der Identität ist. Die Morgendämmerung beginnt mit der Pflege der Pferde, Geschöpfe, die ebenso sehr Partner wie Tiere sind, von Jugend an neben ihren Reitern aufgezogen. Kinder werden vom Säuglingsalter an in den Sattel gesetzt und lernen die Reitkunst so natürlich, wie sie sprechen lernen. Im Erwachsenenalter reitet ein Nomade mit einer fließenden, instinktiven Leichtigkeit, die Außenstehende überrascht, fähig, einen Bogen zu schießen, ein Lasttier zu führen und die Windzeichen der Ebenen zu lesen, alles zugleich. Die schwieligen Hände und weitsichtigen Augen, die das Aussehen eines Nomaden kennzeichnen, werden durch diese tägliche Existenz verdient.
Die Morgen in Bewegung gehören dem Routenlesen und der Navigation. Erfahrene Führer wie Joran Skywatcher lehren jüngere Mitglieder, Kombinationen von Wegmarken, Sternpositionen und das Verhalten kreisender Sky Falcons zu lesen, um sich ohne Karte oder Kompass zu orientieren. Mittagshalte erlauben Pferdepflege, Wasserverteilung und kurze gemeinschaftliche Mahlzeiten, aufgebaut um getrocknetes Auroch-Fleisch, Aurora-Bloom-Tees und Windgras-Fladenbrot. Kräuterkundige durchforsten ihre Beutel und das Gelände um jeden Halt nach nützlichen Pflanzen, fügen den Vorräten frische Aurora-Bloom-Blütenblätter hinzu und schneiden Starthread Moss von feuchten Felswänden, wo es erscheint.
Mahlzeiten und Abende zentrieren sich um das gemeinschaftliche Feuer, wo Erzähler, unter den geehrtesten Mitgliedern jedes Stammes, mündliche Überlieferungen, Legenden und Nachrichten der weiteren Welt zu Darbietungen verweben, die zugleich Unterhaltung, Bildung und geistliche Praxis sind. Die aurora-erleuchteten Nächte der Ebenen bieten einen spektakulären Hintergrund für diese Versammlungen, und das sanfte Klingen von Windzauberstücken im geflochtenen Haar begleitet jede Erzählung. Sky Falcons sitzen auf geschnitzten Holzständern nahe dem Rand der Karawane, ihre Intelligenz offenbar in der Weise, wie sie dem Fluss des Gesprächs folgen. Kinder schlafen zum Klang von Geschichten ein und erwachen zum Klang von Pferden; für die Nomaden sind diese beiden Klänge der Rhythmus der Existenz selbst.