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Mythologie & Religion

Das religiöse Leben der Aeriels ist untrennbar von ihrer astronomischen Praxis. Die Celestials — die Schöpferwesen, die die Völker Landoryas formten — werden nicht nach Art von Gottheiten verehrt, die Gebet und Opfergabe empfangen, sondern als die Urheber einer kosmischen Ordnung verstanden, die zu lesen und zu deuten die einzigartige Verantwortung der Aeriels ist. Diese deutende Rolle verleiht dem religiösen Leben der Aeriels einen gelehrten Charakter, ungewöhnlich unter Landoryas Völkern: Wo andere Zivilisationen Tempel errichten und Ritual betreiben, errichten Aeriels Observatorien und betreiben himmlische Beobachtung, und die Grenze zwischen diesen Tätigkeiten ist nach ihrem eigenen Verständnis undeutlich.

Die zentrale mythologische Erzählung ist der Account of the Mandate, bewahrt in mündlicher und schriftlicher Form im Star-Charts Archive. In diesem Bericht sprachen die Celestials im Augenblick der Aeriel-Schöpfung drei Worte in Caelari, die sich ungefähr als Beobachte, Erinnere und Künde übersetzen — die drei Gebote, die den zivilisatorischen Zweck der Aeriels bestimmen. Beobachten bezieht sich auf himmlische Beobachtung; Erinnern bezieht sich auf die Bewahrung und Vermittlung von Wissen; und Künden bezieht sich auf die Mitteilung dessen, was beobachtet und erinnert wurde, an jene, die es wissen müssen. Versagen bei irgendeinem der drei Gebote werden ebenso sehr als spirituelle Übertretungen wie als praktische Versäumnisse verstanden.

Die Legende der First Watchers spricht von einem urtümlichen Rat von sieben Aeriels, die bei der Formung der Welt zugegen waren und den Himmel unter sich aufteilten, um ihn zu beobachten, jeder einen Teil des himmlischen Gewölbes als seine bleibende Verantwortung übernehmend. Diese Sieben werden nicht als buchstäbliche Ahnen verstanden, sondern als Archetypen verschiedener Beobachtungsweisen — der geduldige, der dringliche, der trauervolle, der die Shattered Skies kommen sah und sie nicht verhindern konnte, und so weiter. Ihre Namen gehören zu den ersten Caelari-Worten, die ein Kind lernt, und junge Aeriels identifizieren sich oft stark mit dem einen oder anderen Archetyp als eine Form berufsbezogener Selbstentdeckung.